Datenklau ganz leicht gemacht
October 29th, 2008 — bjouDer große Datenklau-Skandal bei der Telekom ist noch nicht lange her. Dass ein solches Fiasko ein Unternehmen in schlechtes Licht rücken kann, ist jedermann klar. Trotzdem ist es immer wieder erschreckend, auf welch leichte Schulter einige Unternehmen ihre Datensicherheit nehmen. Naivität ist hier ganz groß geschrieben - erst recht, wenn eine Lücke bekannt ist, aber sich einfach keiner darum kümmern mag/darf/soll.
Vor ein paar Jahren hatte ich mich bei einer Agentur eingeschrieben, die Hochschulabsolventen, Young Professionals und Studierende in Teil- oder Vollzeit an Unternehmen vermittelt. Nachdem ich nun (auf anderen Wegen) einen Job gefunden habe, wollte ich meine Daten dort löschen (lassen). Zugriff auf sein eigenes hinterlegtes Profil in der Datenbank (für Updates) erlangte man über einen einfachen Link der Form
Verdächtig genug - keinerlei weitere Authentifikation. Der Hash, als Mapping auf die ID, sollte wohl Verifikation genug sein, um nicht auf andere Daten zugreifen zu können. Eine Art Passwort also, das der User jedoch nicht kennen muss, außer er will seine eigenen Daten updaten. Dann bekommt er den Link über die Firma zugeschickt. Um die Daten zu löschen fand man im eigenen Bestand jedoch keine Möglichkeit, also bat ich darum per e-mail. Long story short: Trotz Versicherung, dass die Daten gelöscht würden, geschah lange nichts und ich musste die Jungs dort vier Mal anschreiben - eigentlich unverschämt. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich begann, das oben genannte Mapping über den Hash auf Sicherheitstauglichkeit zu überprüften. Die Sicherheitslücke, die ich dort fand, war gravierend. Letzendlich wurde der Raum, den der Hash bot, nicht einmal voll ausgenutzt, was es prinzipiell ermöglicht, über einfachste Brute-Force Techniken Nutzerdaten auszulesen. Eine kleine Hochrechnung zeigte, dass nur wenige Trial & Error Requests zur vollkommenen Entblößung des Datenbestandes weiterer Nutzer führte. Das Krasse an der Geschichte ist jedoch, dass das Unternehmen trotz meiner sofortigen Alarmierung mit der dringenden Bitte, diesen Security-Fauxpas zu fixen, bis heute (drei Wochen später) nichts dergleichen unternommen hat. Nicht einmal ein Statement wurde dazu abgegeben, ich bekam keine Antwort auf den Sachverhalt. Aber wenigstens habe ich erreicht was ich eigentlich wollte: Meine Daten sind gelöscht und damit erstmal sicher…


